Pressemitteilungen Mai 2017

Kinderwagen statt Bollerwagen als Symbol fürs Vatersein

Bensheim, 23. Mai 2017. Anlässlich des oft als „Vatertag“ begangenen Feiertags „Christi Himmelfahrt“ ruft die hessenstiftung – familie hat zukunft in Erinnerung, dass das geeignete Symbol für Vatersein der Kinderwagen und nicht der Bollerwagen ist. Die Vielfalt der Vaterschaft, die sich in den von der Stiftung gebündelten Aktionen spiegelt, reicht von den aktiven Vätern, die sich bewusst austauschen, über Väter, die ihre Elternverantwortung von der Partnerin getrennt wahrnehmen, bis zu inhaftierten Vätern, die ihre Beziehung zum Kind nicht abbrechen lassen wollen.

Wie jedes Jahr an Christi Himmelfahrt werden am Donnerstag Männer durch die Natur ziehen, um mit allerlei Belustigungen den sogenannten „Vatertag“ oder „Herrentag“ zu begehen. Seitens der hessenstiftung – familie hat zukunft, deren Engagement u.a. der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter gilt, ist seit Jahren die Verwunderung groß, dass im Zentrum eines Vatertags oft der Bollerwagen mit Bier steht.

Dr. Ulrich Kuther, Geschäftsführer der Stiftung, sagte dazu: „ Unser Verständnis von Vatersein ist geprägt durch die Übernahme von Verantwortung und durch die Zuwendung zum Kind. Der Kinderwagen wäre dafür das bessere Symbol als der Bollerwagen.“ Aus dieser Überzeugung unterstützt die hessenstiftung – familie hat zukunft Aktionen, die das vielfältige Bild des zugewandten Vaters in den Mittelpunkt rücken. Dabei bleibt Vaterschaft vielfältig, so dass unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen Zuwendung und Verantwortung anders gelebt werden.

Der Stiftung ist es wichtig, dass Väter sich über ihre Rolle und Aufgaben miteinander austauschen. Deswegen unterstützt sie Papa-Treffs oder Väter-Kind-Frühstücke wie im Mehrgenerationenhaus im Gallusviertel, Frankfurt, oder die Väterarbeit von Mütterzentren, die sich dadurch als Familienzentren ausweisen, wie etwa das in Fulda. Wenn in den Städten jede zweite Ehe geschieden wird und davon Kinder zu Zigtausenden betroffen sind, ist entscheiden, dass eine den Kindern zugewandte Eltern- und Vaterschaft auch nach der Trennung aktiv gelebt werden kann. Hier ist ein wichtiger Förderpartner der Väteraufbruch für Kinder, Frankfurt. Das Amtsgericht Wiesbaden gestaltet eine Aktion zur Kinderfrage „Papa – recht sprechen, wie geht das?“ Die Sicht der Kinder nicht aus den Augen zu verlieren, führt die hessenstiftung – familie hat zukunft zur Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund, dessen Regionalverband Untertaunus unter dem Motto „Papa-sein – die größte Herausforderung von allen!“ am Start ist. In Viernheim zeigt der Verein Lernmobil den Blick von Kindern mit ausländischen Wurzeln oder Fluchterfahrung auf ihre Väter. Dass Vatersein manchmal auch unter erschwerten Bedingungen gelebt sein will, zeigt auch die Aktion der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt. Ein „Familiennachmittag“ erlaubt es inhaftierten Vätern, eine verlängerte Besuchszeit mit ihren Kindern zu verbringen.

Die von der Stiftung koordinierten und gebündelten Aktionen finden als „Hessischer Vätertag“ rund um den dritten Sonntag im Juni statt. Mit diesem Termin wird die angelsächsische Tradition des Vatertages aufgegriffen. Lateinamerikanische Länder begehen auch den Josefstag (19. März) als Vatertag. So wurde in der deutschen Botschaft in Honduras eine Ausstellung der hessenstiftung – familie hat zukunft zum Thema „Neue Väter“ bereits im März gezeigt.